Diamanten und Brillanten faszinieren durch ihre Schönheit, Seltenheit und besondere Wirkung im Schmuck. Gleichzeitig wirken Begriffe wie Carat, Color, Clarity oder Cut auf den ersten Blick kompliziert.

Dabei lässt sich die Qualität eines Diamanten mit ein paar Grundkenntnissen gut einschätzen.

Auf dieser Seite erklären wir Ihnen die wichtigsten Merkmale verständlich und ohne unnötiges Fachchinesisch.

Diamanten und Brillanten – Diamantring mit losem geschliffenem Diamanten
Illustrative Darstellung, KI-generiert.

Diamant oder Brillant – wo liegt der Unterschied?

Die Begriffe Diamant und Brillant werden häufig gleich verwendet, bedeuten aber nicht dasselbe.

Ein Diamant bezeichnet den Edelstein selbst.

Ein Brillant ist ein Diamant, der in einem bestimmten Schliff geschliffen wurde – dem sogenannten Brillantschliff. Dieser besitzt normalerweise 57 oder 58 Facetten und wurde speziell dafür entwickelt, möglichst viel Licht zurückzuwerfen.

Jeder Brillant ist also ein Diamant – aber nicht jeder Diamant ist ein Brillant.

Die 4C – die wichtigsten Qualitätsmerkmale eines Diamanten

Die Qualität eines Diamanten wird international vor allem anhand der sogenannten 4C beurteilt:

Carat – Gewicht
Color – Farbe
Clarity – Reinheit
Cut – Schliff

Erst das Zusammenspiel dieser vier Eigenschaften bestimmt den Charakter und letztlich auch den Wert eines Diamanten.

Die 4C eines Diamanten: Carat, Color, Clarity und Cut

Infografik, KI-generiert.

Carat – das Gewicht des Diamanten

Das Gewicht eines Diamanten wird in Karat, international „Carat“ oder abgekürzt „ct“, angegeben.

1,00 ct entspricht 0,20 Gramm.

Ein Diamant mit 0,50 ct wiegt somit 0,10 Gramm.

Wichtig ist: Das Karatgewicht sagt allein noch nichts über die Qualität eines Diamanten aus. Zwei Diamanten mit identischem Gewicht können sich im Preis deutlich unterscheiden, wenn beispielsweise Farbe, Reinheit oder Schliff unterschiedlich sind.

Auch die sichtbare Größe hängt vom Schliff und den Proportionen des Steines ab.

Color – die Farbe

Bei farblosen bis nahezu farblosen Diamanten gilt grundsätzlich: Je weniger Eigenfarbe der Stein zeigt, desto höher wird er in der klassischen Farbskala eingestuft.

Die international gebräuchliche Skala reicht von D bis Z.

D steht für einen besonders farblosen Diamanten. Mit zunehmendem Buchstaben kann eine stärkere Eigenfarbe sichtbar werden.

Für Schmuck werden häufig Diamanten aus dem farblosen oder nahezu farblosen Bereich verwendet.

Dabei muss nicht immer die höchste Farbstufe gewählt werden. Gerade in Gelb- oder Roségold kann ein etwas wärmerer Diamant optisch sehr harmonisch wirken.

Die richtige Wahl hängt deshalb auch vom Schmuckstück, dem Material und dem persönlichen Geschmack ab.

Clarity – die Reinheit

Diamanten entstehen unter extremen Bedingungen tief im Erdinneren. Dabei können kleine natürliche Merkmale entstehen, die als Einschlüsse bezeichnet werden.

Die Reinheit eines Diamanten beschreibt, wie viele solcher Merkmale vorhanden sind, wie groß sie sind und wo sie sich im Stein befinden.

Typische Reinheitsstufen sind beispielsweise:

FL / IF – keine oder praktisch keine inneren Merkmale erkennbar

VVS – sehr, sehr kleine Einschlüsse

VS – sehr kleine Einschlüsse

SI – kleine Einschlüsse

I / P – deutlicher erkennbare Einschlüsse

Für viele Schmuckstücke ist ein Diamant im VS- oder guten SI-Bereich eine sehr interessante Wahl, weil kleine Einschlüsse mit bloßem Auge häufig nicht sichtbar sind.

Ein höherer Reinheitsgrad bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Stein für das bloße Auge schöner wirkt.

Cut – der Schliff

Der Schliff gehört zu den wichtigsten Eigenschaften eines Diamanten.

Er bestimmt maßgeblich, wie das Licht in den Stein eintritt, reflektiert wird und wieder austritt.

Bei einem gut proportionierten Diamanten wird das Licht weitgehend zur Oberseite zurückgeworfen. Dadurch entstehen:

  • Brillanz
  • Funkeln
  • Lichtreflexe

Ein schlecht proportionierter Stein kann trotz guter Farbe und hoher Reinheit vergleichsweise leblos wirken.

Deshalb ist ein sehr guter Schliff häufig wichtiger als eine minimale Verbesserung bei Farbe oder Reinheit.

Welche Diamantschliffe gibt es?

Der klassische runde Brillantschliff ist der bekannteste Diamantschliff. Daneben gibt es zahlreiche weitere Formen, die sich in ihrer Wirkung deutlich unterscheiden.

Je nach Schliff kann ein Diamant besonders brillant, modern, elegant oder optisch größer wirken.

Die wichtigsten Diamantschliffe im Überblick

Verschiedene Diamantschliffe im Überblick: Brillant, Princess, Emerald, Oval, Cushion, Pear, Marquise und Radiant

Infografik, KI-generiert.

Brillant
Der klassische runde Schliff mit besonders starker Lichtreflexion und zeitloser Wirkung.

Princess
Quadratisch oder leicht rechteckig und sehr brillant.

Emerald
Rechteckig mit stufenförmig angeordneten Facetten. Dieser Schliff wirkt besonders elegant und klar.

Oval
Eine längliche Form mit starker Brillanz. Ovale Diamanten können am Finger optisch besonders groß wirken.

Cushion
Eine weiche, quadratische oder rechteckige Form mit abgerundeten Ecken.

Pear
Tropfenförmig und elegant – häufig für Anhänger, Ohrringe oder besondere Ringdesigns verwendet.

Marquise
Länglich mit spitz zulaufenden Enden. Diese Form kann optisch besonders groß wirken.

Radiant
Rechteckig oder quadratisch mit starkem Funkeln. Der Radiant verbindet Elemente des Brillant- und des Stufenschliffs.

Was bedeutet Fluoreszenz?

Manche Diamanten reagieren auf ultraviolettes Licht und beginnen dabei leicht zu leuchten. Dieses Phänomen nennt man Fluoreszenz.

Sie wird häufig in Stufen angegeben, zum Beispiel:

  • None
  • Faint
  • Medium
  • Strong
  • Very Strong

Fluoreszenz ist nicht grundsätzlich gut oder schlecht.

Bei manchen Diamanten ist sie im Alltag praktisch nicht wahrnehmbar. Bei anderen kann sie das Erscheinungsbild beeinflussen.

Deshalb sollte Fluoreszenz immer zusammen mit dem konkreten Stein beurteilt werden.

Natürliche und im Labor gezüchtete Diamanten

Neben natürlichen Diamanten gibt es heute auch im Labor gezüchtete Diamanten, sogenannte Lab-grown Diamonds.

Natürliche Diamanten entstehen über sehr lange Zeiträume unter hohem Druck und hoher Temperatur im Erdinneren.

Lab-grown Diamanten werden unter kontrollierten technischen Bedingungen hergestellt. Sie besitzen im Wesentlichen dieselben chemischen und physikalischen Eigenschaften wie natürliche Diamanten.

Beide können nach denselben grundlegenden Kriterien wie Gewicht, Farbe, Reinheit und Schliff beurteilt werden.

Der wichtigste Unterschied liegt in ihrer Entstehung.

Beim Kauf sollte deshalb klar erkennbar sein, ob es sich um einen natürlichen oder einen im Labor gezüchteten Diamanten handelt.

Zertifikate bei Diamanten

Bei größeren oder hochwertigeren Diamanten kann ein unabhängiges gemmologisches Zertifikat sinnvoll sein.

Darin werden wichtige Merkmale des Diamanten dokumentiert, zum Beispiel:

  • Gewicht
  • Maße
  • Farbe
  • Reinheit
  • Schliff
  • Politur
  • Symmetrie
  • Fluoreszenz

Bekannte gemmologische Institute untersuchen den Diamanten nach festgelegten Kriterien und halten die Ergebnisse in einem Zertifikat fest.

Ein Zertifikat ersetzt jedoch nicht den persönlichen Eindruck des Steines. Zwei Diamanten mit sehr ähnlichen Angaben können in Brillanz, Proportionen und Wirkung unterschiedlich erscheinen.

Gerade bei hochwertigen Diamanten lohnt es sich deshalb, den Stein nicht nur nach den Daten auf dem Papier zu beurteilen.

Wie pflegt man Diamantschmuck und kann ein Diamant beschädigt werden?

Diamanten sind sehr hart, können aber trotzdem verschmutzen oder bei ungünstigen Belastungen beschädigt werden.

Hautfett, Cremes und Seifenreste setzen sich besonders gern auf der Unterseite eines gefassten Diamanten ab. Dadurch kann der Stein deutlich weniger brillant wirken.

Für die regelmäßige Reinigung eignet sich bei vielen Schmuckstücken:

  • lauwarmes Wasser
  • etwas mildes Spülmittel
  • eine sehr weiche Bürste

anschließend gründlich mit klarem Wasser abspülen

Bei empfindlichen Edelsteinen oder besonderen Fassungen sollte eine Reinigung jedoch individuell beurteilt werden.

Diamanten sind zwar das härteste natürliche Material, aber nicht unzerstörbar. Ein harter Schlag an einer ungünstigen Stelle kann insbesondere an Kanten oder Spitzen zu Beschädigungen führen.

Auch die Fassung sollte regelmäßig kontrolliert werden. Besonders bei häufig getragenen Ringen können sich Krappen oder andere Fassungsbereiche mit der Zeit abnutzen.

Eine professionelle Kontrolle empfiehlt sich insbesondere, wenn sich ein Stein möglicherweise bewegt, eine Fassung beschädigt aussieht oder das Schmuckstück einen stärkeren Stoß abbekommen hat.

Persönliche Beratung bei Laurea Schmuck

Diamanten lassen sich nicht nur anhand von Zahlen und Zertifikaten beurteilen.

Farbe, Brillanz, Größe und Schliff wirken am besten, wenn man verschiedene Steine tatsächlich miteinander vergleicht.

Bei Laurea Schmuck in Berlin-Schmargendorf beraten wir Sie gerne persönlich und erklären Ihnen die Unterschiede verständlich direkt am Schmuckstück oder Diamanten.

So können Sie selbst sehen, welche Eigenschaften für Sie wirklich wichtig sind und welcher Diamant am besten zu Ihren Vorstellungen und Ihrem Budget passt.

Laurea Schmuck – Juwelier
Berkaer Str. 41
14199 Berlin

Beratung gerne persönlich im Geschäft oder nach Termin.